2. Bundesliga: ASV Damen gewinnen gegen den bis dahin ungeschlagenen Herner TC

22-01-2012 21:52 von Kerstin

Bericht von ASVM-Coach Timur Topal: ASV Damen mit der Sensation

Die Damen des ASV Moabit Berlin haben am Samstag gegen den bis dahin
ungeschlagenen Tabellenführer Herner TC mit einer sehr guten Teamleistung
die Sensation geschafft. 64:59 stand es am Ende für den ASV.

Das Spiel begann recht ausgeglichen, doch von der ersten Minute an war zu erkennen, dass die ASV Damen am diesem Tag mehr wollten. Beweis dafür war die Dominanz im Rebound. 42 Rebounds sammelten die ASVler ein, während der Herner TC auf nur 23 kam. Durch einige offene 3er und Fehlern in der Berliner Rotation ergaben sich im ersten Viertel leichte Scoringmöglichkeiten für die Herner. Die ASV Damen konnten jedoch mithalten, weil sie mehr Kampfgeist zeigten. Rebounds und Looseballs wurden eingesammelt, die zu mehr Chanen führten.

Am Ende des 2. Viertels legte Moabit einen 11:0 Run hin und konnte mit einer 32:23 Führung in die Halbzeitpause gehen. Das war für alle Beteiligten schon eine große Überraschung. Das einzig negative der 1. Halbzeit auf ASV Seiten waren bereits 13 Turnover, ohne die der Punkteunterschied bei 28:8 Rebounds
wohl noch größer hätte sein können. Noémie Rouault hatte zur Pause bereits 13 Punkte erzielt und 8 Rebounds
eingesammelt.

Die 2. Halbzeit begann wie die erste aufgehört hatte. Der ASV konnte seinen Vorsprung sogar auf 14 Punkte ausbauen, ehe die Herner einen 13:2 Run hinlegten und 1 Minute vor Ende sogar bis auf 3 Punkte herankamen. Was Noémie in der ersten Halbzeit für die Berliner war, war mit Henriette Link
eine weitere 16-jährige auf ASV Seiten in der 1. Halbzeit. Sie brachte vor allem Energie, überzeugte jedoch auch durch ihre perfekte Wurfwuote. Ein frecher 3er von Henriette und ein weiterer Feldkorb von Noémie retteten dem ASV noch eine 8-Punkte-Führung vor dem letzten Abschnitt. Nun wollten die Herner den Hebel umlegen, doch der ASV legte noch eine Schippe drauf und konnte trotz größerer Härte weiterhin im Angriff und in der Verteidigung überzeugen. 3 Minuten vor Ende hatten sich die Herner dennoch bis auf 6 Punkte herangekämpft. Henriette und Noèmie brachten den ASV jedoch schnell wieder auf 10 Punkte weg und das Spiel war gelaufen.

Auch die 2 3er der Gääste am Ende halfen nicht mehr. Hervorzuheben ist auch die Leistung von Wiebke Kropp-Büttner, die diesmal vor allem in der Verteidigung Akzente setzte und das Team immer wieder
antrieb noch härter zu arbeiten. Somit konnte der ASV Moabit Berlin den Negativtrend der letzten 3 Spieltage
stoppen und kann nun selbstbewusst am nächsten Spieltag nach Bielefeld fahren.

Bericht aus Herne: Das Ende der Serie

Mit 59:64 in Berlin kassierten die Zweitliga-Basketballerinnen des Herner TC ihre erste Saisonniederlage, bleiben aber an der Tabellenspitze.

ASV Moabit Berlin - Herner TC64:59
...
Viertelergebnisse: 14:14, 18:9, 16:17, 16:19.

HTC: Terzic (15), Mücke (13), Worms (12), Delmis (9), Tews (6), Karic, Davis (je 2), Bräuer, Pia Kassack.

Die Siegesserie des Herner TC ist gerissen. Nach elf erfolgreichen Spielen in Serie musste das Team von Headcoach Marek Piotrowski in Berlin erstmals in dieser Saison eine Niederlage einstecken. Dabei beschmutzten die Hernerinnen ihre weiße Weste nicht nur, sondern zogen sie regelrecht durch den Dreck.
„Wir sind arrogant aufgetreten und kamen überhaupt nicht ins Spiel“, äußerte Piotrowski nach dem Spiel seinen Unmut. Bis zur Mitte des dritten Viertels sei sein Team „grottenschlecht“ gewesen, fand der Trainer klare Worte. Zur Halbzeit lagen die Gäste mit 23:32 zurück. Auch das Reboundverhältnis brachte den Herner Trainer auf die Palme. Mit 40:20 Rebounds dominierten die Hauptstädter in eigener Halle die Bretter mit unvorhersehbarer Einseitigkeit. Selbst die großgewachsenen Britta Worms und Minja Terzic kamen gemeinsam nur auf sechs Rebounds.

Auf der anderen Seite räumte die erst 16-jährige Noémie Rounault die Bretter fast im Alleingang ab. Neben zwölf Rebounds standen für sie am Ende der Partie auch 20 Punkte zu Buche - bei einer Trefferquote von 70 Prozent. Ohne ihre US-amerikanische Leistungsträgerin Jessica Seyler bot der ASV Moabit Berlin eine geschlossene Mannschaftsleistung, die zum verdienten Sieg führte. Das sah auch HTC-Coach Marek Piotrowski ein: „Bei uns hat heute kaum eine Spielerin auf ihrem Niveau spielen können.“ Besonders Emina Karic, die mit fünf Fouls vorzeitig duschen gehen musste, und Brittney Davis mit nur zwei Punkten bei fünf Ballverlusten blieben hinter ihren Erwartungen zurück.
„Aber auch aus Niederlagen kann man lernen“, sagt Piotrowski. Er hat schon immer gepredigt, dass seine Mannschaft nicht der Star der Liga sei. Jede Mannschaft könne auch mal verlieren. „Wichtig ist nur, dass wir aus dem Spiel unsere Schlüsse ziehen“, weiß der Headcoach, der schon angekündigt hat, dass über dieses Spiel noch zu reden sein wird. Seine Spitzenposition muss der HTC in der Liga trotzdem nicht abgeben. Die zweitplatzierte BG Göttingen gewann ihr Spiel gegen die Phoenix Hagen Ladies zwar mit 73:68, dennoch führt der HTC mit einem Sieg mehr weiter die Tabelle an.

22.02.2012 / WAZ Herne / Thimo Mallon

Zurück